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Claudia und Ábel Varga
(Januar 2001) |
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| 1. Medienkompetenz in der Grundschule? | ||
| Der Begriff Medienkompetenz hat in der öffentlichen Diskussion Konjunktur und wird in der Bildungspolitik als Schlüsselqualifikation für ein lebenslanges Lernen in der Berufswelt gesehen. Auch Kinder im Grundschulalter lernen in ihrer Alltagsumwelt wie selbstverständlich mit der technischen Seite der Medien umzugehen. Will Schule sich nicht von der Lebenswelt abschotten, muss Unterricht und somit auch die Lehrerschaft reagieren. | ||
| Verschiedene übergreifende Regelmaßnahmen (z.B. ITG - Informationstechnische Grundbildung) sind wegen den zu unterschiedlichen Voraussetzungen vor Ort in der Schule nur selten umgesetzt worden. Aus diesem Grund muss sich jede Schule ein eigenes, den Möglichkeiten entsprechendes Konzept erarbeiten. "Ein wichtiges Kommunikationsinstrument innerhalb der Schule und nach außen ist ein Medienkonzept, möglichst entwickelt als Teil des Schulprogramms" (Peschke 2000, S.3). | ||
| Auch eine Grundschule muss sich hier einklinken, denn Medienkompetenz wird als neue Kulturtechnik in der pädagogischen Diskussion gehandelt. Eine Aufgabe der Grundschule ist es, Kulturtechniken im engeren Sinne (Lesen, Schreiben, Rechnen) und im weiteren Sinne (Uhr lesen, Verkehrserziehung) zu vermitteln, dazu gehört ab sofort auch die Medienkompetenz. Gerade die Grundschule bietet durch ihren fächerübergreifenden Ansatz, gepaart mit einer Toleranz gegenüber dem Stundenplanrhythmus einen idealen Nährboden, um medienkompetentes Handeln in den Lern-, Lebens- und Handlungsraum der Schülerinnen und Schüler einzuführen. | ||
| Zählt man die Medienkompetenz zu den Kulturtechniken und somit zur Allgemeinbildung des Menschen, so muss aber auch festgestellt werden, dass Schule nicht die alleinige Verantwortung für die Allgemeinbildung ihrer Schülerinnen und Schüler hat, hierzu tragen Eltern, aber auch andere gesellschaftliche Einrichtungen (Vereine, Musik-/Jugendschulen, Kirchen, etc.) bei - nicht zuletzt auch die Medien selber. | ||
| Gerade in der Grundschule darf nicht vergessen werden, dass Medienkompetenz eine Fähigkeit ist, die auf alle Medien (CD-Player, Video, OHP, Foto,...) bezogen werden kann; d.h. dass Medienkompetenz nicht einseitig auf den Computer bezogen sein sollte. Der Computer als "das neue Medium" ist streng genommen inhaltsleer, denn er simuliert lediglich (ökonomisch und platzsparend) Schreibmaschine, Taschenrechner, Fotolabor oder Briefkasten. Der Computer ist als Werkzeug anzusehen, ebenso wie ein "Hand"-Werkzeug, das zur Erweiterung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Menschen dient - nur dass der Computer eine Erweiterung des menschlichen Gehirns darstellt (Steuern, Regeln, Rechnen, Erinnern). | ||
| Medienspezifisch für den Computer ist der Umgang mit dem Internet. Die Navigation im weltweiten Netz ist durch einen nonlinearen Aufbau gekennzeichnet und verlangt ein Denken in vernetzten Zusammenhängen, das vielleicht kindgemäßer ist, als sich viele vorstellen mögen. | ||
| Dieses Diskussionspapier soll einige aktuelle Strömungen der Medienpädagogik widerspiegeln (vgl. Literaturliste) und ein Handlungspapier für eine koordinierte Vermittlung von Medienkompetenzen im Bereich der neuen Medien auf der Grundlage der Ansprüche und Möglichkeiten einer Grundschule darstellen. | ||
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